Kriterien für die Bewertung der Schülerinnen und Schüler

Beschluss Nr. 9/2018-2019 des Lehrerkollegiums vom 15.05.2019
Die Bewertung der Schülerinnen und Schüler hat vorwiegend bildenden Charakter und ist förderorientiert (Art. 1, Beschluss der LR Nr. 1168 vom 31. Oktober 2017).

1. Grundsätzliches
Die Lehrpersonen führen während des Schuljahres regelmäßig Leistungsüberprüfungen durch, die Informationen über das von den Schülerinnen und Schülern erreichte Kompetenzniveau liefern. Die Bewertung der Leistungsüberprüfungen erfolgt aufgrund vorher festgelegter Kriterien durch Zuweisung einer Note, durch Zuweisung des von den Schülerinnen und Schülern erreichten Kompetenzniveaus oder in beschreibender Form. Dabei wird zwischen formativer und summativer Bewertung un-terschieden: Eine summative Bewertung erfolgt am Ende eines Lernprozesses bzw. Lernabschnittes, mit dem Ziel, den zu diesem Zeitpunkt von den Schülerinnen und Schülern erreichten Lernerfolg zu erfassen. Eine formative Leistungsbewertung erfolgt während des Lernprozesses mit dem Ziel, den Lernprozess positiv zu beeinflussen. Nach einer formativen Bewertung erhalten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, die eigene Arbeit zu verbessern. Die Fähigkeit zur Umsetzung von Verbesse-rungsvorschlägen wird bei der Bewertung der Arbeit oder der Bewertung des Lernprozesses berücksichtigt.
Während des Unterrichts werden Lernphasen, die bewertet werden und Lernphasen, bei denen Fehler als Chance gesehen werden, den Lernprozess positiv zu beeinflussen, klar voneinander getrennt.
Bei der Bewertung der Schülerinnen und Schüler können in jedem Fach, in den fächerübergreifenden Lernbereichen, in der der Schule vorbehaltenen Pflichtquote und im Wahlbereich sowohl fachliche, soziale, personale als auch methodische Kompetenzen berücksichtigt werden.
Zu Beginn eines jeden Bewertungsabschnittes werden den Schülerinnen und Schülern in jedem Fach die allgemeinen Bewertungskriterien mitgeteilt, u. a. wird ihnen mitgeteilt, nach welchen Kriterien der Lernprozess bewertet wird. Während des Schuljahres wird den Schülerinnen und Schülern jeweils vor der Durchführung einer Leistungsüberprüfung mitgeteilt, nach welchen Kriterien die Leistungs-überprüfung bewertet wird.
Bei der Bewertung von Leistungsüberprüfungen wird in erster Linie eine kriteriale Norm angewandt, d. h. Leistungen werden nach Kriterien bewertet, die vor der Leistungsüberprüfung festgelegt werden (z. B. wird nach den schulintern geltenden Standards bzw. Kompetenzniveaus bewertet).
Bei der Jahresbewertung wird auch der individuelle Lernfortschritt (Individualnorm) berücksichtigt. Die soziale Norm, bei der sich die Bewertung der Leistungen an den von den Schülerinnen und Schülern der Klasse oder mehrerer Klassen erzielten Ergebnissen orientiert, dient nur in Ausnahmefällen als Grundlage für die Bewertung der Schülerinnen und Schüler.
Mit jeder Bewertung erhalten die Schülerinnen und Schüler Informationen zum erreichten Kompe-tenzniveau, bezogen auf die überprüften Kompetenzen. Diese Informationen können den Schülerinnen und Schülern sowohl in schriftlicher als auch in mündlicher Form gegeben werden.
Ergänzend dazu führen die Lehrpersonen mit den Schülerinnen und Schüler regelmäßig Lernberatungsgespräche, mit dem Ziel, den Schülerinnen und Schülern Feedback zum Lernprozess zu geben.
Als Feedback bezeichnen wir Rückmeldungen von Lehrpersonen oder Mitschülerinnen und Mitschülern an die Schülerin / den Schüler, die keinen Einfluss auf die Bewertung der Schülerin / des Schülers und deshalb nicht in den Bewertungsdokumenten festgehalten werden. Zum Feedback gehören als Rückmeldung an sich selbst auch alle Formen der Selbstreflexion.
Sowohl im ersten als auch im zweiten Halbjahr können anstelle der Elternsprechnachmittage Lernentwicklungsgespräche geführt werden. An den Lernentwicklungsgesprächen nehmen die Schülerin-nen und Schüler, deren Eltern und die Lehrpersonen teil.


2. Bewertungsabschnitte
Das Schuljahr wird in zwei Bewertungsabschnitte eingeteilt: Der erste Bewertungsabschnitt dauert von Beginn des Schuljahres bis 31. Jänner des jeweiligen Schuljahres, der zweite Bewertungsabschnitt dauert vom 1. Februar bis zum Ende des Schuljahres.


3. Zusammensetzung des Klassenrates
Bei den Bewertungssitzungen gehören dem Klassenrat an:

  • die Schulführungskraft oder ihr Stellvertreter/ihre Stellvertreterin oder eine von der Schulfüh-rungskraft beauftragte Lehrperson der Klasse als Vorsitzende/r;
  • die Lehrpersonen der Fächer und in der Mittelschule des fächerübergreifenden Lernbereichs KIT;
  • die der Klasse zugewiesene Integrationslehrperson bzw. die der Klasse zugewiesenen Integrationslehrpersonen;
  • die Lehrperson für Katholische Religion bzw. die Lehrperson für den Alternativunterricht für Katholische Religion beschränkt auf jene Schülerinnen und Schüler, die das Fach Katholische Religion bzw. den Alternativunterricht für Katholische Religion besuchen;
  • die Mitarbeiterin / der Mitarbeiter für Integration, beschränkt auf die ihnen zugewiesenen Schülerinnen und Schüler, ohne Stimmrecht;

Für die Bewertungssitzungen gehören dem Klassenrat nicht an:

  • die Lehrpersonen, die die Schülerinnen und Schüler ausschließlich im Rahmen der der Schule vorbehaltenen Pflichtquote und des Wahlbereichs unterrichten sowie die Lehrpersonen, die die Schülerinnen und Schüler im Rahmen der Potenzierung und der Ergänzung des Bildungsangebotes unterrichten; diese Lehrpersonen übermitteln dem Klassenrat rechtzeitig vor den Bewertungssitzungen das von ihnen geführte Register, das eine Anwesenheitsliste, die behandelten Kompetenzen/Inhalte und eventuelle Beobachtungen zu den Schülerinnen und Schülern enthält; zudem übermitteln sie dem Klassenrat einen Vorschlag zur Bewertung jeder Schülerin / jedes Schülers;
  • die Sprachenlehrpersonen für die Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund; sie übermitteln dem Klassenrat rechtzeitig vor den Bewertungssitzungen Informationen über die von den Schülerinnen und Schülern erreichten Kompetenzziele und eine Anwesenheitsliste; diese Infor-mationen fließen in die Bewertung der Allgemeinen Lernentwicklung ein;
  • die Lehrpersonen, die ausschließlich im Rahmen von Teamunterricht bzw. Kopräsenzen einer Klasse zugewiesen sind; wenn diese Lehrpersonen ein eigenes Register zur Dokumentation der Tätigkeiten führen (z. B. wenn sie mit Schülerinnen und Schülern an einem differenzierten Pro-gramm arbeiten), informieren sie die Fachlehrpersonen rechtzeitig vor den Bewertungs-sitzungen über die von den Schülerinnen und Schülern erreichten Kompetenzziele; die Fachlehr-personen berücksichtigen diese Informationen bei der Bewertung des eigenen Faches bzw. diese Bewertungen fließen in die Bewertung des Faches ein.

4. Gegenstand der Bewertung
Gegenstand der Bewertung sind die Lernprozesse und Leistungen der Schülerinnen und Schüler in allen Fächern, fächerübergreifenden Lernbereichen, in der der Schule vorbehaltenen Pflichtquote und im Wahlbereich. Gegenstand der Bewertung sind auch die Allgemeine Lernentwicklung und das Verhalten der Schülerinnen und Schüler. Die Lernprozesse und Leistungen im Rahmen der außerschu-lischen Bildungsangebote sind nicht Gegenstand der Bewertung durch die Schule.
Die Lehrpersonen bewerten während des gesamten Schuljahres die Lernprozesse und Leistungen der Schülerinnen und Schüler. Sie stützen sich dabei auf folgende Bewertungselemente:

a) Prüfungen
Als Prüfungen gelten punktuelle Leistungsüberprüfungen in schriftlicher, mündlicher und praktischer Form.

b) Lernprodukte
Zu den Lernprodukten zählen von den Schülerinnen und Schülern bearbeitete Lernaufgaben, von den Schülerinnen und Schülern erstellte bzw. hergestellte Projektdokumentationen, Werkstücke, Bilder, Memoflips, Versuchsprotokolle, Lernunterlagen, Dokumentationen des Unterrichts u. Ä. sowie Präsentationen/Referate, Buchvorstellungen, Partner- und Gruppenarbeiten.
Die Bewertung von Prüfungen und Lernprodukten erfolgt durch Noten oder die Zuweisung des von den Schülerinnen und Schülern erreichten Kompetenzniveaus aufgrund einer kriterialen Norm. Grund-lage für die bei der Bewertung von Prüfungen und Lernprodukten angewandten Kriterien ist das schul-interne Kompetenzstufenmodell. Bei der Bewertung von Lernprodukten können auch Kriterien ange-wandt werden, die an das jeweilige Lernprodukt angepasst sind.
Eine unterschiedliche Gewichtung der einzelnen Bewertungen ist möglich.

c) Lernprozess
Die Bewertung des Lernprozesses erfolgt durch Noten oder die Zuweisung des von den Schülerinnen und Schülern erreichten Kompetenzniveaus. Bei der Bewertung des Lernprozesses können folgende Merkmale berücksichtigt werden:

  •  Einsatzbereitschaft, Motivation, Volition während des Unterrichts (z. B. aktive Mitarbeit durch Diskussionsbeiträge im Unterricht)
  • Eigeninitiative und Selbständigkeit beim Ausführen von Arbeitsaufträgen
  • regelmäßiges und sorgfältiges Erledigen von Hausaufgaben
  • Fähigkeit zur Umsetzung von Verbesserungsvorschlägen
  • Fähigkeit zur Selbstreflexion
  • Arbeitsweise der Schülerinnen und Schüler
  • Mitbringen von Arbeitsmaterialien und Unterlagen

Die Lehrpersonen bewerten während eines jeden Halbjahres mindestens eines dieser Merkmale (in der Grundschule) bzw. mindestens zwei dieser oben angeführten Merkmale (Mittelschule). Den Schülerinnen und Schülern wird zu Beginn eines jeden Halbjahres mitgeteilt, welches Merkmal bzw. welche Merkmale bewertet werden. Die Bewertung erfolgt aufgrund einer kriterialen Norm, eine Gewichtung der Bewertungen ist möglich.
In den einzelnen Fächern muss von den Lehrpersonen je Halbjahr mindestens die folgende Anzahl an Bewertungselementen gesammelt werden:

Grundschule:

Fach

Prüfungen oder Lernprodukte

Lernprozess

Deutsch

3

1

Bewertung

Italienisch

Mathematik

Geografie

1

Geschichte

Naturwissenschaften

Englisch

Musik

Bewegung und Sport

Religion

Technik

Kunst

Mittelschule:

Fach

Prüfungen

Lernprodukte

Lernprozess

Deutsch

3

1

1

Bewertung je Merkmal

Mathematik

Italienisch

Geschichte

3

(davon mindestens

1 Prüfung und 1 Lernprodukt)

Geografie

Naturwissenschaften

Englisch

Musik

Bewegung und Sport

Religion

Technik

Kunst

d) Verhalten

Die Bewertung des Verhaltens erfolgt in beschreibender Form aufgrund von Beobachtungen, die von den Lehrpersonen während des Schuljahres im Register festgehalten werden. Eintragungen aufgrund von Verstößen gegen die Disziplinarordnung werden im persönlichen Register und im Klassenregister (Grundschule) bzw. im digitalen Register (Mittelschule) festgehalten.

Bei der Bewertung des Verhaltens der Schülerinnen und Schüler nehmen die Lehrpersonen Bezug auf die Disziplinarordnung der Schule, in der jene Verhaltensweisen definiert, die bei der Bewertung des Verhaltens berücksichtigt werden.

e) Allgemeine Lernentwicklung

Die Bewertung der Allgemeinen Lernentwicklung erfolgt in beschreibender Form. Sie nimmt Bezug auf die Entwicklung der Schülerinnen und Schüler während des ersten Halbjahres bzw. Schuljahres, und zwar in folgenden Kompetenzbereichen: Selbstkompetenz, Sozialkompetenz, Fachkompetenz und Methodenkompetenz. Die Beobachtungen zur Lernentwicklung der Schülerinnen und Schüler werden im persönlichen Register der Lehrpersonen und im dafür vorgesehenen Dokument (Dokumentation der Lernentwicklung) festgehalten.

5. Festlegung der Niveaustufen
Die Bewertung der Fächer, des fächerübergreifenden Lernbereichs Kommunikations- und Informationstechnologie (KIT) in der Mittelschule, der der Schule vorbehaltenen Pflichtquote und des Wahlbereichs erfolgt in der Grundschule durch Ziffernnoten der Zehnerskala von fünf bis zehn, in der Mittelschule durch Ziffernnoten der Zehnerskala von vier bis zehn (die Note vier wird nur in Ausnahmefällen vergeben) oder in beiden Schulstufen durch Angabe der von den Schülerinnen und Schülern erreichten Niveaustufe, bezogen auf die überprüften Kompetenzen. Die Niveaustufen sind den Noten wie folgt zugeordnet:

Kompetenzniveau

Note

Die Schülerin / Der Schüler hat das grundlegende Kompetenzniveau noch nicht erreicht und verweigert sich Arbeitsaufträgen oder Leistungsüberprüfungen.

4*

Die Schülerin / Der Schüler hat das grundlegende Kompetenzniveau noch nicht erreicht.

5

Die Schülerin / Der Schüler hat das grundlegende Kompetenzniveau in wesentlichen Teilen erreicht.

6

Die Schülerin / Der Schüler hat das grundlegende Kompetenzniveau erreicht.

7

Die Schülerin / Der Schüler hat das erweiterte Kompetenzniveau in wesentlichen Teilen erreicht.

8

Die Schülerin / Der Schüler hat das erweiterte Kompetenzniveau erreicht.

9

Die Schülerin / Der Schüler hat das fortgeschrittene Kompetenzniveau erreicht.

10

* … nur in der Mittelschule
Für die einzelnen Fächer liegt jeweils ein Kompetenzstufenmodell vor. 

6. Fächerbündelungen, Bewertung der fächer-übergreifenden Lernbereiche
In der Grundschule werden die Fächer Geschichte und Geografie in der 1. bis 5. Klasse zu einem Fach gebündelt.
In der Grundschule Wahlen wird ein Schwerpunkt auf das fächerübergreifende, themenzentrierte Lernen gelegt und die Fächer Geschichte, Geografie und Naturwissenschaften sowie ein Teil der Fächer Kunst und Technik sowie der Wahlpflichtbereich zum Fach Welt erfahren gebündelt.
In der Grundschule fließt die Bewertung der fächerübergreifenden Lernbereiche Leben in der Gemeinschaft (LIG) und Kommunikations- und Informationstechnologie (KIT) in die Bewertung der einzelnen Fächer ein.
In der Mittelschule fließt die Bewertung des fächerübergreifenden Lernbereichs Leben in der Gemeinschaft (LIG) in die Bewertung der einzelnen Fächer ein.


7. Periodische Bewertung und Jahresbewertung
Bei der periodischen Bewertung und Jahresbewertung werden die Fächer und in der Mittelschule der fächerübergreifende Lernbereich Kommunikations- und Informationstechnologie (KIT) mit einer Note bewertet.
Die der Schule vorbehaltene Pflichtquote und der Wahlbereich werden durch Angabe der erreichten Niveaustufe bewertet. Dabei werden die Niveaustufen folgendermaßen zusammengelegt:
Beschreibung Niveaustufe Note
Die Schülerin / Der Schüler hat das grundlegende Kompetenzniveau noch nicht er-reicht. 4*, 5
Die Schülerin / Der Schüler hat das grundlegende Kompetenzniveau erreicht. 6, 7
Die Schülerin / Der Schüler hat das erweiterte Kompetenzniveau erreicht. 8, 9
Die Schülerin / Der Schüler hat das fortgeschrittene Kompetenzniveau erreicht. 10
*… nur in der Mittelschule


Liegt die Gesamtleistung einer Schülerin/eines Schülers am Ende des ersten Halbjahres oder am Ende des Schuljahres in einem Fach, im fächerübergreifenden Lernbereich Kommunikations- und Informationstechnologie, in einem Angebot der der Schule vorbehaltenen Pflichtquote oder des Wahlbereichs zwischen zwei Noten bzw. zwischen zwei Niveaustufen, wird unter Berücksichtigung der Leistungsentwicklung der Schülerin / des Schülers während des ersten Halbjahres bzw. Schuljahres auf die nächste Note oder auf die nächste Niveaustufe auf- oder abgerundet.
Werden bei einer Schülerin/einem Schüler am Ende eines Bewertungsabschnittes (periodische Bewertung oder Jahresbewertung) Lernrückstände festgestellt und wird eine negative Bewertung vorge-nommen, trifft die Schule spezifische Maßnahmen für die Verbesserung der Leistung. Diese Maßnahmen werden im Protokoll der Bewertungssitzung angeführt und den Eltern in einem persönlichen Gespräch mit den Lehrpersonen jener Fächer, in denen die Lernrückstände festgestellt wurden oder in einem Gespräch mit den Klassenlehrerinnen bzw. Klassenlehrern mitgeteilt.


8. Aufgaben der Lehrpersonen, Bewertungsdokumente
Bewertung während des Schuljahres
Die Lehrpersonen vermerken die Bewertungen der Lernprozesse und Leistungen der Schülerinnen und Schüler in den jeweiligen Dokumenten der Schule: im persönlichen Register der Lehrperson, in den Registern für den fächerübergreifenden Lernbereich Kommunikations- und Informationstechnologie sowie in den Registern für die Tätigkeiten in der der Schule vorbehaltenen Pflichtquote und für den Wahlbereich.
Die Lehrpersonen dokumentieren während des gesamten Schuljahres auch die allgemeine Lernentwicklung der Schülerinnen und Schüler und halten entsprechende Beobachtungen im persönlichen Register fest. Zudem beurteilt der Klassenrat in gemeinsamer Verantwortung zweimal im Schuljahr (im Oktober/November und März/April) die Lernentwicklung der Schülerin/des Schülers in dem dafür vorgesehenen Dokument (Dokumentation der Lernentwicklung).
In der 4. und 5. Klasse Grundschule und in der Mittelschule führen die Klassenlehrerinnen bzw. Klassenlehrern auf der Grundlage dieser Dokumentation mindestens zweimal im Schuljahr mit den Schülerinnen und Schülern Lernberatungsgespräche. Im Rahmen dieser Gespräche legen die Lehrpersonen gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern Maßnahmen zur Erweiterung der Kompetenzen fest bzw. sie überprüfen die Umsetzung und Wirksamkeit der festgelegten Maßnahmen.
Zusätzlich zu diesen Lernberatungsgesprächen führen die Lehrpersonen während des Unterrichts re-gelmäßig Lernberatungsgespräche mit den Schülerinnen und Schülern.
Beobachtungen zum Verhalten der Schülerinnen und Schüler werden im persönlichen Register der Lehrpersonen, schriftliche Verweise im Klassenregister festgehalten. Jede andere Disziplinarmaßnahme wird vom Klassenrat verhängt und im Protokoll der Klassenratssitzung festgehalten.
Lehrpersonen, die einer Klasse im Rahmen von Kopräsenzen oder Teamunterricht zugewiesen sind, führen ein eigenes Register, wenn sie mit Schülerinnen oder Schülern an einem differenzierten Programm arbeiten.


Der Bewertungsbogen
Der Bewertungsbogen beinhaltet:

  • den Hinweis, ob die Schülerin / der Schüler in die nächste Klasse versetzt oder nicht versetzt wird bzw. ob die Schülerin / der Schüler zur staatlichen Abschlussprüfung der Unterstufe zugelassen wird;
  • in der Mittelschule: die Feststellung der Gültigkeit des Schuljahres aufgrund der Anwesenheit;
  • die Bewertung der Schülerinnen und Schüler in den Fächern und in der Mittelschule die Bewertung des fächerübergreifenden Lernbereichs Kommunikations- und Informationstechnologie;
  • die Bewertung des Verhaltens und die Bewertung der Allgemeinen Lernentwicklung in beschreibender Form;
  • am Ende des Schuljahres: eine Anlage zum Bewertungsbogen mit einer zusammenfassenden Bescheinigung mit der Bewertung der Tätigkeiten der der Schule vorbehaltenen Pflichtquote und des Wahlbereichs.

Am Ende des ersten Halbjahres erhalten die Erziehungsverantwortlichen anstelle des Bewertungsbogens eine schriftliche Mitteilung.
Ist eine Schülerin / ein Schüler in mehr als der Hälfte der Unterrichtszeit einer Tätigkeit der der Schule vorbehaltenen Pflichtquote oder des Wahlfachangebotes abwesend, kann der Klassenrat beschließen, die betreffende Tätigkeit nicht zu bewerten. Die Tätigkeit wird in der Anlage zum Bewertungsbogen angeführt und mit dem Zusatz nicht bewertet versehen.
Die Lernprozesse und Leistungen der außerschulischen Bildungsangebote, die als Tätigkeit der der Schule vorbehaltenen Pflichtquote anerkannt werden, sind nicht Gegenstand der Bewertung durch die Schule. Die Angebote werden in der Bescheinigung als Anlage zum Bewertungsbogen angeführt, in-dem das besuchte Angebot (Besuch der Musikschule, Teilnahme an Tätigkeiten von Sportvereinen, Be-such einer sozialpädagogischen Gruppe oder Besuch eines Sprachkurses des Sprachenzentrums) angeführt wird.


Bescheinigung der erworbenen Kompetenzen
Die Bescheinigung der erworbenen Kompetenzen wird am Ende der Grundschule und am Ende der Mittelschule ausgestellt und stellt ein eigenes Dokument dar. Die Bescheinigung der erworbenen Kompetenzen wird von den Mitgliedern des Klassenrates in gemeinsamer Verantwortung erstellt.
Die Bescheinigung der erworbenen Kompetenzen ersetzt in der 5. Klasse Grundschule und in der drit-ten Klasse Mittelschule bei der Jahresbewertung die Bewertung der Allgemeinen Lernentwicklung.


9. Kriterien für die Nichtversetzung und die Nichtzulassung zur Abschlussprüfung
Eine Schülerin/Ein Schüler wird nicht versetzt, wenn sie/er in einem Fach oder mehreren Fächern eine negative Bewertung aufweist und mindestens eines der folgenden Kriterien zutrifft:

  • ihr/ihm fehlen in diesem Fach bzw. in diesen Fächern die Grundlagen, um die Kompetenzziele der nächsthöheren Klassenstufe erreichen zu können bzw. um die Abschlussprüfung erfolgreich be-wältigen zu können;
  • sie/er erzielte während des Schuljahres keine oder nur geringe Lernfortschritte;
  • sie/er zeigte während des Unterrichts oder bei der Vorbereitung zu Hause keinen Einsatz oder wenig Einsatz;
  • die angebotenen Fördermaßnahmen waren nicht wirksam oder die Schülerin / der Schüler nutzte diese nicht;

Die Begründung für jede negative Bewertung wird dem Protokoll der Bewertungssitzung des 1. Halbjahres bzw. dem Protokoll der Sitzung zur Jahresbewertung beigelegt (auch bei Schülerinnen und Schülern, die trotz einer negativen Bewertung oder mehrerer negativer Bewertungen versetzt oder zur Abschlussprüfung zugelassen werden).
Die Begründung für eine Nichtversetzung oder die Nichtzulassung zur Abschlussprüfung wird im Protokoll der Bewertungssitzung angeführt. Die Erziehungsverantwortlichen jener Schülerinnen und Schüler, die nicht versetzt oder nicht zur Abschlussprüfung zugelassen werden, werden vor der Übergabe des Bewertungsbogens an die Schülerinnen und Schüler bzw. deren Erziehungsverantwortlichen von einer Lehrperson des Klassenrates über die dafür auschlag-gebenden Gründe informiert.
Nur für die Mittelschule: Eine Schülerin / Ein Schüler kann auch dann versetzt oder zur Abschlussprüfung zugelassen werden, wenn sie/er nicht an mindestens 75 Prozent der Unterrichts- und Erziehungstätigkeit laut persönlichem Jahresstundenplan teilgenommen hat (siehe Punkt 10).

10. Kriterien für die Anerkennung der Gültigkeit des Schuljahres
Schülerinnen und Schüler, die an weniger als 75 Prozent der Unterrichts- und Erziehungstätigkeit laut persönlichem Jahresstundenplan teilgenommen haben (der persönliche Jahresstundenplan umfasst die Grundquote und die der Schule vorbehaltene Pflichtquote), können in die nächste Klasse versetzt oder vom Klassenrat zur Abschlussprüfung zugelassen werden, wenn die folgenden Bedingungen erfüllt sind:

  • es liegen ausreichend Bewertungselemente vor, um die Jahresbewertung vornehmen zu können;
  • die Absenzen sind auf entschuldigte Abwesenheiten (z. B. Krankheit, genehmigte Teilnahme an außerschulischen Sportveranstaltungen) zurückzuführen;
  • die Schülerin/der Schüler erfüllt die Voraussetzungen, um im darauffolgenden Schuljahr dem Un-terricht in allen Fächern und fächerübergreifenden Lernbereichen gewinnbringend folgen und die Kompetenzziele erreichen zu können.

Das folgende weitere Kriterium kann als zusätzliches Element für die Versetzung bzw. Zulassung zur Abschlussprüfung herangezogen werden:

  • der Klassenrat stellt fest, dass bei einer Nichtversetzung bzw. Nichtzulassung zur Abschlussprü-fung aufgrund der Klassensituation bzw. des sozialen Umfeldes der Schülerin/des Schülers Nach-teile in ihrer/seiner Persönlichkeitsentwicklung zu erwarten sind.

Besteht die Gefahr einer Nichterreichung der Gültigkeit des Schuljahres, teilt die Schule dies den Erziehungsverantwortlichen rechtzeitig mit.


11. Kriterien für die Berechnung der Zulassungsnote zur Abschlussprüfung
Bei der Zuweisung der Zulassungsnote wird folgende Vorgehensweise angewandt:
1. Es werden das arithmetische Mittel der Noten des 1. Halbjahres und der Jahresbewertung der 3. Klasse berechnet. Bei der Berechnung des arithmetischen Mittels werden alle Fächer und der fächerübergreifende Lernbereich Kommunikations- und Informationstechnologie berücksichtigt. Die Bewertung der Angebote der der Schule vorbehaltenen Pflichtquote und des Wahlbereichs fließen in die Berechnung des arithmetischen Mittels nicht ein.
2. Es wird das arithmetische Mittel dieser zwei Notendurchschnitte gebildet.
3. Liegt der so berechnete Durchschnitt  im Bereich zwischen vier und sechs Zehnteln (z. B.
7,4 ≤  ≤ 7,6) so wird dieser unter Berücksichtigung folgender Kriterien auf die nächste ganze Zahl aufgerundet oder abgerundet:
• Die Bewertungen der Schülerin / des Schülers in der 1. und 2. Mittelschulklasse;
• die Entwicklung der Bewertungen der Schülerin / des Schülers im Laufe der drei Mittel-schuljahre;
• die Entwicklung der Bewertungen der Schülerin / des Schülers im Laufe der 3. Klasse Mit-telschule;
• Engagement in der Klassen- und Schulgemeinschaft;
• die Bewertung des Verhaltens der Schülerin / des Schülers (u. a. Berücksichtigung von un-entschuldigten Abwesenheiten);
• negative Bewertungen bei der Jahresbewertung.
Liegt der Notendurchschnitt außerhalb des oben angegebenen Intervalls, so wird auf die nächste ganze Zahl ab- bzw. aufgerundet. Zum Beispiel:
• 7,0 ≤  < 7,4, so wird auf die Note 7 abgerundet
• 7,6 <  < 8,0 so wird auf die Note 8 aufgerundet.

 

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Nachmittagsöffnungszeit nur an Schultagen